Spandauer Forst: Von Baumlehrpfad bis Badespaß

Aus vielen Teilen Berlins erscheint der Spandauer Forst eine kleine Weltreise entfernt zu sein. Vermutlich war ich deswegen bisher noch nie dort. Seit Gestern weiß ich, dass sich die Anfahrt in den Norden des Bezirks absolut lohnt. Hier erwarten euch nicht nur Ruhe und teilweise unerwartete Naturschätze, sondern auch jede Menge Angebote für Familien wie ein Waldspielplatz, ein Wildgehege, ein Tipidorf und ein Baumartenlehrpfad. Der Badestrand Bürgerablage ist dann die Krönung eurer Wanderung.

Waldspielplatz Goldfischteich

Mit dem Bus gelangt ihr ab Westend oder Rathaus Spandau bis zur Station Cautiusstr., wo ihr direkt am Waldrand aussteigt. Obwohl ich ein Dorfkind bin, bin ich insgesamt keine große Naturkennerin. Aber dieser Pilz, den ich dort gleich entdeckte, der schien mir schon was echt Besonderes zu sein! Habt ihr im Wald schon mal so intensive Farben gesehen?

Leuchtender Pilz

Beschwingt von meinem ersten Fund, kam ich nach maximal fünf Minuten Spaziergang zum Waldspielplatz Goldfischteich. Unter den vielen detailreich gestalteten Spielgeräten haben mir das Flugzeug, der Zug und die Rennautos besonders gut gefallen.

Spandauer Forst: Waldspielplatz Goldfischteich

Von dort könnt ihr ganz idyllisch an einem Wasserlauf weiterspazieren. Scheint ein beliebter Ort für ein Bad zu sein. Jedenfalls für Hunde, die hier überall ins mit Seerosenteppichen bedeckte Wasser sprangen.

Seerosen im Spandauer Forst

Baumartenlehrpfad

Kurz vor dem Wildgehege beginnt der Baumartenlehrpfad. Ich war in letzter Zeit auf einigen Naturlehrpfaden, aber das war mit Abstand der beste! Liebevoll gemacht und immer direkt mit Beispielen.

Wer wie ich nur Kastanien, Eichen und ein paar andere bekannte Sorten erkennt, der kann hier echt was lernen. Und man wird dabei nicht mit Infos überflutet. Der Lehrpfad richtet sich nämlich vor allem an Kinder, die von einem Rotfuchs an jeder Station Wissenfragen gestellt bekommen oder interaktive Aufgaben. Dass Bäume auch an Krebs leiden können, war mir zum Beispiel neu.

Die Infos zu den verschiedenen Arten gibt es immer direkt neben dem entsprechenden Baum. So wird das Ganze sehr anschaulich. Diese roten Beeren hab ich beispielsweise schon tausend Mal irgendwo gesehen ohne zu wissen, dass das eine Eberesche ist. (Bestimmt hab ich das in der Grundschule mal gelernt, aber das ist halt schon ne Weile her!).

Wildgehege Spandauer Forst

Der Naturlehrpfad führt übrigens zum großen Teil an den riesigen Wildgehegen vorbei. Auch die sind wirklich schön und naturnah angelegt. Wildschweine und Damwild kommen hier scharenweise an den Zaun und warten auf Futter. Für Kinder stehen Stämme bereit, damit sie über den Zaun schauen können. Außerdem gibt es eine Art Baumhaus als Aussichtsplattform.

Auch an den Gehegen stehen immer wieder Schilder. Die sind aber eher oldschool und nicht ganz so schnell und leicht zu erfassen wie die Baumschilder.

Tipidorf & Kuhlake

Ich war dieses Jahr viel in Berliner Wäldern unterwegs und überall stehen diese Baumstamm-Tipis. Unter anderem hab ich sie schon im Plänterwald entdeckt. Allerdings nirgends so viele und vor allem so große auf einem Haufen. Schon sehr beeindruckend. Wer sich wohl die Mühe gemacht hat?

Lauft danach unbedingt noch ein bisschen an der Kuhlake entlang, die immer wieder von Holzstegen überquert wird. Die Vegetation ist hier sehr urwüchsig, im Wasser tummeln sich Fische und oben drüber schwirren Libellen vor sich hin.

Kuhlake Spandauer Forst

Wer jetzt noch Lust hat, überquert die die Schönwalder Allee und läuft ein paar ungestörte Kilometer bis zum Badestrand.

Einsam im Spandauer Forst

An den Wildgehegen sind natürlich schon einige Leute unterwegs, jedenfalls am Wochenende. Sobald ihr allerdings so richtig in den Wald reinlauft, seid ihr selbst an einem Sommersonntag alleine. Früher fand ich das unheimlich, inzwischen kann ich das echt genießen. Teile dieses Areals gehören zum Naturschutzgebiet Teufelsbruch und dürfen genau wie die Moore nicht betreten werden – also am besten immer auf den Wegen bleiben. Auch da sieht man genug. Besonders mag ich ja sattgrüne Farne.

Etwa auf der Hälfte des Weges zur Bürgerablage gibt es eine kleine Raststelle, die sich Schweinehirt nennt. Dort könnt ihr auf Bänken mit Schnitzfiguren ein gemütliches Päuschen einlegen. Die Schweine des Hirten sehen für mich allerdings wie übergroße Mäuse aus.

Noch ein bisschen weiter wird bald die absolute Stille von Straßengeräuschen durchbrochen. Dann nähert ihr euch der Niederneuendorfer Allee. Dort sind nicht nur Autos unterwegs, sondern auch jede Menge Radfahrer, denn hier führt ein Teil des Berliner Mauerwegs entlang.

Berliner Mauerweg im Spandauer Forst.

Badestrand Bürgerablage

Auf der anderen Seite der Straße seid ihr direkt an einem schönen Strand. Von der Bürgerablage hatte ich persönlich bis dahin nie was gehört. Allerdings scheint das unter Spandauern kein Geheimtipp zu sein. Die Badestelle mit Rettungsschwimmern war recht überlaufen. Wenn euch das nicht stört, könnt ihr euch jetzt schön abkühlen oder euch am Imbiss ein Eis gönnen.

Badestrand Bürgerablage

Hier könnt ihr an der gleichnamigen Haltestelle dann übrigens auch in Bus steigen und bis zum S-Bahnhof Rathaus Spandau fahren.

Spandauer Forst – mein Fazit

Für einen entspannten Tag in der Natur hat der Spandauer Forst echt viel zu bieten. Mein Highlight war der Baumlehrpfad. Hoffentlich kann ich mir zumindest ein paar der Arten merken! Mit kleineren Kindern empfiehlt sich eine Tour, die Waldspielplatz, Naturlehrpfad und Wildgehege umfasst. Aus Friedrichshain ist man mit Öffis zwar über eine Stunde unterwegs, aber es lohnt sich.

2 thoughts on “Spandauer Forst: Von Baumlehrpfad bis Badespaß

  1. Tanja says:

    Hallo Tina,
    oh wie schön! Ein neues Ausflugsziel, das von mir besucht werden will 😀
    Berlin hat so viele schöne Ecken! Sehr schöner Beitrag und ich freue mich, dass du mich auf deinen Blog aufmerksam gemacht hast 😉
    Liebe Grüße,
    Tanja

    Antworten
    1. Tina Hoffmann says:

      Liebe Tanja, schön, dass du vorbeigeschaut hast. Im Spandauer Forst kannst du auf jeden Fall sehr schöne Naturfotos schießen! Deine Bilder von der Pfaueninsel haben mir echt super gefallen.
      Viele Grüße, Tina

      Wer Tierfotos (auch aus Berlin) mag, der sollte unbedingt mal bei wildlife.travel.com vorbeischauen.

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