Plänterwald: Plansche, Spreepark, Wunderlauch

Der Plänterwald schließt direkt an den weitläufigen Treptower Park an. Allerdings findet ihr dort deutlich mehr Erholung als rund um den Hafen und die Insel der Jugend. Das fast 90 Hektar große Gebiet ist wie gemacht für ruhige Spaziergänge und Erlebnisse mit Kindern. Im Frühjahr wird es außerdem zum Sammeleldorado für Berliner Wunderlauch.

Waldspielplatz und Plansche

In Berlin gibt es insgesamt 14 Waldspielplätze, die bei Stadtkindern für Naturerlebnisse sorgen. Das Besondere an ihnen ist, dass die Spielelemente alle aus Berliner Holz von den Forstwirt*innen der Hauptstadt liebevoll angefertigt werden. Statt Rutschen und Schaukeln erwarten eure Kleinen darum vor allem Balancierschlangen, Kletterdrachen, Hütten und Holzfahrzeuge. Das ist vielleicht etwas weniger Action als auf manchen innerstädtischen Versionen, aber man kann hier mal ein bisschen runterkommen, selbst kleine Tipis aus Stöckchen bauen und einfach die Ruhe genießen.

Fast um die Ecke sorgt im Sommer die Plansche für Abkühlung. Für mich ist es die beste Plansche Berlins mit wirklich vielen Wasserspeiern, Fontänen und Sprühregen-Elementen. Vor allem Kitakinder können hier stundenlang Spaß haben. Es gibt ausreichend Schatten, saubere Toiletten und meistens auch einen Eiswagen.

Spätestens seit letztem Jahr kennen den versteckten Ort wahrscheinlich fast alle, die Nachrichten verfolgen, schließlich kam es nach dem Rauswurf einer Frau ohne Oberteil sogar zu Free-the-Nipple-Demos in der Stadt. Derzeit läuft deswegen zudem eine Klage gegen den Bezirk Treptow-Köpenick wegen Diskriminierung. Da es sich um einen Kleinkinderspielplatz handelt, könnten doch der Gerechtigkeit halber einfach auch die Männer ihre Shirts anbehalten müssen. Meine bescheidene Meinung dazu.

Lost Place: Spreepark

Trotz Busengate ist der Plänterwald aber vor allem berühmt für den Spreepark. Der einstige DDR-Vergnügungspark ist der wahrscheinlich legendärste Lost Place Berlins. Zwar ist das Gelände eingezäunt, das ein oder andere Relikt aus vergangenen Tagen könnt ihr aber im Dickicht erspähen. Wer mehr sehen möchte, der nimmt am besten an einer der regelmäßigen Führungen über das Areal teil.

Achterbahn im Spreepark / Plänterwald
Achterbahn Spreepark
Spreepark im Plänterwald
Riesenrad Spreepark

Das Riesenrad ist derzeit allerdings abgebaut, das wird sich voraussichtlich ab 2024 wieder hier drehen. Die anderen Überbleibsel werden nicht als Fahrgeschäfte reaktiviert, sondern anderweitig in die neue Nutzung integriert.

Das Eierhäuschen im Plänterwald

Direkt neben dem Spreepark könnt ihr bei eurem Ausflug noch eine Sehenswürdigkeit entdecken: das niedliche Eierhäuschen direkt am Flussufer. Der erste Bau des Ausflugslokales entstand 1837, allerdings brannte das Gebäude im 19. Jahrhundert gleich zweimal ab. Der heutige Bau stammt aus dem Jahr 1891 und wird derzeit saniert. Das Baugerüst wurde allerdings kürzlich bereits entfernt und ihr könnt schon erahnen, wie die neue Gastro- und Kunstlocation aussehen wird. Eröffnung soll nächstes Jahr sein.

Seinen Namen hat das Häuschen übrigens dem nahen Schiffsanleger zu verdanken. Dort war früher mal ein Umschlagplatz für Eier. Wenn ihr heute dort am Spreeufer rumhängt, schippern vor allem Ausflugsschiffe auf ihrem Rückweg zum Treptower Hafen an euch vorbei. Beispielsweise Moby Dick.

Moby Dick auf der Spree

Auf der gegenüberliegenden Seite seht ihr die Kanuverleihstation Backstagetourism. Dort könnt ihr ein kostenloses Green Kayak ausleihen und beim Paddeln die Spree von Müll befreien.

Bärlauch sammeln im Plänterwald

Etwa von Mitte März bis Mitte Mai verwandelt sich das gesamte Waldgebiet in einen einzigen Bärlauchteppich. Dabei handelt es sich nicht um das Gewächs, das man gemeinhin als Bärlauch kennt, sondern um eine spezielle Sorte: Berliner Wunderlauch – toller Name! Der bedeckt wirklich den kompletten Waldboden und ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendwo mehr davon gibt. Darum tummeln sich hier auch oft Sammler*innen. Eigentlich kann man an einer einzigen Stelle stehenbleiben und hat seinen Beutel trotzdem sofort voll.

Im Frühjahr weht euch hier bei Spaziergängen häufig ein Knofigeruch um die Nase. Penetrant ist der aber nicht. Auch der Geschmack von der Berlinversion ist extrem mild. Rezepte findet ihr etliche im Internet, superschnell gemacht ist beispielsweise ein Bärlauch-Pesto.

Oft hört man, dass die Pflanze leicht mit giftigen Maiglöckchen verwechselt werden kann. Naja, finde ich jetzt nicht so unbedingt, sieht schon anders aus. Aber wer dennoch unsicher ist, der sollte vorab an einer Kräuterführung der Baumschule Plänterwald teilnehmen.

Ausflug in den Plänterwald

Ich finde, dass sich ein Ausflug in den Plänterwald immer wieder lohnt – allein oder auch mit Kindern. Wer noch Bärlauch pflücken will, der sollte sich bald dazu entscheiden, denn die Saison ist fast vorbei. Ihr erreicht das Naherholungsgebiet entweder über einen längeren Fußweg ab S-Bahnhof Treptower Park oder über die S-Bahnstation Plänterwald.

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