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Ausstellungstipp: „Star Wars – The Fans Strike Back“ in Berlin

Gestern wurde die Ausstellung „Star Wars – The Fans Strike Back“ in Berlin eröffnet. Eine von Fans für Fans kuratierte Sammlung mit über 1.000 Objekten, lebensgroßen Figuren der Saga, selbstgebauten Fahrzeugen und vielem mehr. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Zu meiner Freude war es auch noch direkt bei mir um die Ecke im Napoleon Komplex, riesigen ehemaligen Werkstatthallen der Bahn unterhalb der Modersohnbrücke in Friedrichshain, die erst seit wenigen Jahren für Veranstaltungen genutzt werden.

Was erwartet euch?

Das Besondere ist, dass nicht Disney hinter dieser Wanderausstellung steht, sondern eingefleischte Fans der Star-Wars-Saga. Und die haben teilweise in jahrelanger Arbeit Fanobjekte gebaut, die nun gesammelt gezeigt werden. Die großen Highlights sind auf jeden Fall der lebensgroße Podracer von Anakin, den ein französischer Fan namens Laurent aus Teilen vom Schrottplatz gebastelt hat. Ein bisschen was über die Arbeit an dem wirklich beeindruckenden Stück bekommt ihr in einem kurzen Video von ihm erzählt.

Star Wars – The Fans Strike Back
Anakins Podracer von Laurent

Auch der 6 Meter lange Landspeeder, den gleich mehrere Fans aus einem alten Ford Escort Cabrio zusammengebastelt haben, ist ziemlich cool. Angeblich ist das Fahrzeug, in dem ein junger Luke Skywalker am Lenker sitzt, sogar fahrtauglich. Es mangelt ihm allerdings an einer Verkehrszulassung.

Für mich war auch die Szenerie auf Endor toll, da ich ein großer Ewoks-Fan bin. Die sind aber echt knuffig! In der Waldkulisse steht außerdem noch ein AT-ST – auch über dessen Entstehungsgeschichte mit ganz viel Heißkleber, Styropor und Nerf Guns bekommt ihr etwas in einem Video erzählt.

Star Wars – The Fans Strike Back
Endor in Berlin

Das Speeder Bike direkt gegenüber ist wohl als Fotokulisse gedacht. Das habe ich aber erst im Nachhinein auf der Veranstaltungsseite gelesen. Vielleicht hab ich es nur übersehen, aber vor Ort stand nirgends, dass man sich draufsetzen darf, hat dementsprechend auch niemand gemacht. Schade.

Selfiespot Speeder Bike

Und so geht es immer weiter durch die Welt von Star Wars. Schon krass, was sich einige Fans für eine Mühe machen. Der Millennium Falke scheint dabei besonders beliebt bei Bastlern (da, wo man etwas über die Person hinter dem Werk erfährt, waren es ausschließlich Männer) zu sein. Aber auch Kostüme gibt es etliche zu sehen, die aus dem Besitz von Cosplayern stammen.

Lohnt sich „Star Wars – The Fans Strike Back“?

Für Fans ist die Ausstellung schon eine tolle Sache. Was ich nicht ganz verstanden habe: Die Zielgruppe sind doch Star-Wars-Liebhaber*innen – warum werden dann Infotafeln aufgestellt, die sich offensichtlich an Leute richten, die Null Ahnung von Star Wars haben? Keinem Fan muss man erklären, wer Darth Vader ist, was Kampfdroiden oder Klontruppler sind. Dazu steht da beispielsweise: „Klontruppler sind künstlich erschaffene Soldaten in den Diensten der Armee der galaktischen Republik“. Wer weiß denn sowas nicht? Stattdessen sind die Infos, die eigentlich interessant wären, sehr lückenhaft. An manchen Stellen gibt es Videos, in denen die Fans selbst einiges erzählen. Das ist sehr interessant. Michael Koepff beispielsweise hat mit Freunden einen kleinen Fanfilm gedreht, für den er ein X-Wing-Cockpit mit Teilen aus Kaffeekapseln, Sushi-Verpackungen, Tomatenmarkdeckeln und anderem Müll nachgebaut hat.

Star Wars – The Fans Strike Back
X-Wing-Cockpit

DAS sind die Sachen, die die Ausstellung spannend machen und davon hätte ich mir viel viel mehr gewünscht. Im letzten Raum steht ein gigantischer X-Wing, aber überhaupt keine Hintergrundinfos. Wer hat das woraus gebaut, wie lange hat es gedauert und wo hat er das Ding überhaupt gebastelt? In eine Garage passt es jedenfalls nicht.

Fans werden auf jeden Fall ihren Spaß haben, es wäre meiner Meinung nach aber mehr drin gewesen. Die Zusammenstellung von R2-D2-Merch ist für mich so kommentarlos ziemlich unnütz. Man sollte doch erfahren, welcher Fan so begeistert von dem kleinen Droiden ist, dass er sich hässliche Merch-Hausschuhe ins Regal stellt. Vielleicht ist das aber auch nur mein Empfinden. Wahrscheinlich bekommt man darüber mehr zu hören, wenn man eine Führung mit Jedi oder Sith bucht.

Wissenswertes für euren Besuch

Die Ausstellung könnt ihr bis zum 7.7.2024 unter der Woche von 10 bis 20 Uhr und am Wochenende von 10 bis 21 Uhr besuchen. Letzter Einlass ist jeweils 1 Stunde vor Schließung. Das ist auch in etwa die Zeit, die man braucht, um sich alles anzusehen. Für die Kürze des Aufenthaltes ist der Preis recht hoch. Ein Tages-Flexticket kostet 25 Euro, wer zusätzlich noch ein VR-Erlebnis möchte, zahlt weitere 5 Euro. Wer ein Zeitfenster-Ticket nimmt, der zahlt 22,50, ermäßigt kostet der Spaß noch 18 Euro. Kinder unter 6 Jahren sind frei, allerdings sind die Figuren für einige so kleine Kids vermutlich zu gruselig. Zur Buchung kommt ihr über die Webseite von „Star Wars – The Fans Strike Back“.

Sucht ihr noch mehr Star-Wars-Erlebnisse in Berlin? Dann könnt ihr noch ins Madame Tussauds Berlin gehen, denn das Wachsfigurenkabinett hat einen großen Bereich mit Figuren der Saga.

(Transparenz: Ich durfte die Ausstellung kostenlos besuchen, der Artikel entspricht komplett meiner persönlichen Meinung)

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